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Maria Magdalena - Namensgeberin

Während man in vielen Kirchen tendenziell eher männlichen Namensgebern begegnet, ist die Maria-Magdalenen-Kirche in besonderer Weise den Frauen gewidmet. Der Marienleuchter etwa erinnert an die Mutter Jesu, und an Anna, seine vermeintliche Großmutter. Namensgebend für die Kirche ist allerdings eine andere: Maria Magdalena. Was hat es mit dieser Frau auf sich?

Viele Legenden ranken sich um sie. Den meisten ist sie wohl als Sünderin bekannt, die durch Jesu bekehrt und eine seiner treusten Nachfolgerinnen wurde. In jüngster Zeit widmet sich die zeitgenössische Belletristik zudem verstärkt Erzählungen, denen zufolge Maria Magdalena Jesu Geliebte und Mutter seiner Kinder gewesen sein sollte - so etwa in Dan Browns Bestseller „Sakrileg“. Doch was ist dran an solchen Theorien?

Im Jahr 2017 haben wir uns im Rahmen eines gut besuchten Gesprächsabends genau diesem Thema gewidmet: Wer war Maria Magdalena wirklich? Dabei haben wir festgestellt, dass das neue Testament sieben verschiedene Frauen mit Namen Maria kennt. Über Maria Magdalena selbst verrät es kaum mehr als deren Herkunftsort Magdala. Jesu habe sie von quälenden Dämonen befreit, heißt es beim Evangelisten Lukas, und in den Kapiteln über Jesu Auferstehung zählt Maria Magdalena zu den Frauen, die dem Auferstandenen am Grab begegnen. Dabei fällt auf, dass der Evangelist Lukas ein eher negatives Bild von Maria Magdalena zeichnet, während Johannes sie in ihrer besonderen Rolle hervorhebt. Sie ist die erste, die dem Auferstandenen nach dessen Tod begegnet.

Die Vermutung liegt nahe, dass die Evangelisten beim Verfassen ihrer Werke verschiedene Traditionsstränge verarbeitet haben. Es muss Menschen gegeben haben, die schon in der frühen Zeit des Christentums Maria Magdalena in besonderer Weise verehrten. Und eben solche, die sich von ihr distanzierten. Dieser Eindruck wird durch die Beschäftigung mit den sogenannten Apokryphen, den verborgenen Schriften der Bibel, bestätigt. In diesen Texten, die bei der Zusammenstellung der biblischen Bibliothek, quasi aussortiert worden waren, finden wir interessante Beschreibungen der Maria Magdalena. Besonders hervorzuheben ist dabei das eigens der Maria gewidmete Evangelium der Maria.

Unter den namentlich bekannten Jüngerinnen und Jüngern erscheint Maria Magdalena in diesem Text als gleichberechtigt. Sie tröstet die anderen Jüngerinnen und Jünger nach Jesu Tod und ermutigt sie zum Weitermachen. Sie führt theologische Gespräche und wird selbst immer auch wieder zum Streitthema dieser Gespräche, Man(n) wirft ihr vor, sich zu sehr in den Vordergrund zu drängen und die Jünger überhaupt nicht zu Wort kommen zu lassen. Vor allem Petrus scheint regelrecht eifersüchtig auf die Frau, die Jesus - so beschreiben es die Jünger - mehr als andere unter ihnen liebte.

Kein Wunder, dass zeitgenössische Autoren wie Dan Brown hier spontan an eine Liebesbeziehung denken. Bedenkt man jedoch, dass die Schriften, die von einer so innigen Beziehung zwischen Jesus und Maria Magdalena erzählen, einer Tradition angehörigen, die Körperlichkeit verabscheute, dann geht diese Rechnung nicht auf. Es ist viel wahrscheinlicher und gleichzeitig auch viel bahnbrechender, dass die so innige Beziehung der beiden ganz geistiger Natur war. Eine Frau, die nicht durch ihre körperlichen Reize (die Bibel verrät uns im Übrigen nichts über Maria Magdalenas Alter) oder ihren Anstand auffiel. Maria Magdalena stattdessen als kluge Gesprächspartnerin und Interpretin von Glaubensdingen. Eine Rolle, die für Frauen damals wirklich ganz außergewöhnlich war. Theologische Kompetenzen, Redegewandtheit und leitende Funktionen in den Gemeinden hatte man Frauen nicht zugetraut.

Kein Wunder also, dass Anhänger des Petrus (der Evangelist Lukas war auch so einer) ihr eher skeptisch gegenüber standen, während andere wie etwa Johannes, sie zutiefst verehrten. Es ist darum auch nicht auszuschließen, dass es sich bei dem namenlosen Jünger, den Jesus liebte und von dem Johannes schreibt, um Maria Magdalena gehandelt habe.

Fest jedenfalls steht, dass die Gestalt der Maria Magdalena schon zu ihren Lebzeiten für kontroverse Diskussionen sorgte über die Rolle von Frauen an der Seite Jesu und in der Gemeinde. An ihr wird deutlich, wie fortschrittlich doch der christliche Glaube war in seinem Ideal, keinen Unterschied zwischen Sklaven und Herrschern, zwischen Fremden und Einheimischen, zwischen Männern und Frauen zu machen. (Gal 3,21).

Gemeindebrief „Kreuz + quer“, Sommer 2018, Seite 14 f.,
von Pastorin Saha Burghoff

Berkenthin, St. Maria Magdalena, lebensgroße Schnitz-Statue an rechter Chorwand
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